Geschichte
 
44 Jahre Satansadler MC
 

Nun mehr 44 Jahre ist es her, dass sich einige Rocker im Norden unserer Republik aufmachten, einen Motorradclub zu gründen, den es heute, aktiver denn je, immer noch gibt.

Am Anfang stand der Drang nach Freiheit, Unabhängigkeit und das Gemeinschaftsgefühl Pate für die Idee, einen eigenen MC zu gründen. Ständig gab es zu Hause ärger, Streit mit anderen Ideen und Einstellungen sowie Zoff auf der Arbeit. Der Wunsch mit Gleichgesinnten einfach nur zusammen zu sein war groß, und alle hatten dieselben Probleme, aber auch die gleiche Einstellung: gemeinsam Motorrad fahren, zusammen zu feiern, geile Zeiten zu verleben; Sex and Drugs and Rock'n Roll. Slade und Rolling Stones waren angesagt. Feiern wichtiger als Geld, Fun besser als Vorschriften. Aber alles war noch geiler im Kreise Gleichgesinnter, warum also nicht auch nach außen zeigen, dass man zusammengehört.

Bald war eine Idee geboren. Das bis heute noch unveränderte Adleremblem wurde entworfen, Satzungen erstellt und alles Notwendige in die Wege geleitet, bis man im Jahre 1973 den "Satansadler MC" in Buxtehude gründen konnte.

Zunächst gab es natürlich auch hier die üblichen Probleme mit Polizei und Gerichten, mit anderen Clubs und Kneipenwirten, sowie mit Poppern und anderen Subkulturen der Gesellschaft. Alle Probleme erledigten sich aber im Laufe der Jahre mehr oder weniger von alleine. Bis zu 28 Member zählte der Club damals. Kontakte wurden zu verschiedensten MC's in ganz Deutschland gehalten. In der Clubgeschichte gab es natürlich auch viele Höhen und Tiefen. Doch der Zusammenhalt war schließlich doch größer als alle Krisen.

Im Laufe der Jahre waren verschiedenste Einflüsse von Bedeutung. Am wichtigsten war jedoch 1989 das geschlossene Übertreten des "Iron Chain MC" aus Buchholz zu den Satansadlern. Man kannte sich schon sehr viele Jahre, achtete und vertraute sich. So war es eine logische Konsequenz aus echter Brotherhood, dass man schließlich zusammen unter einem Colour fuhr und den zukünftigen Weg gemeinsam ging.

Heute hält der Club sehr gute Beziehungen zu diversen Clubs in der gesamten Republik, ins benachbarte Ausland und in die USA. Man trifft sich zu Partys und Gesprächen, feiert zusammen und hat Spaß.

Die Aufnahme bei den Satansadlern ist mit Sicherheit nicht einfach, und wer sich nach ca. 2-3 Jahren das Adleremblem auf den Rücken nähen darf, weiß bestimmt, was er für einen Weg hinter sich gebracht hat. Er kann dann aber darauf vertrauen, dass er sich nicht irgendeinem Wochenendverein angeschlossen hat. Gegenseitiger Respekt und Vertrauen sowie das Eintreten füreinander sind die wichtigsten Grundsätze der Satansadler. Das gilt innerhalb des Clubs genauso wie auch für den Umgang mit anderen. Der Zusammenhalt der Satansadler kommt nicht von ungefähr.

Schließlich trifft man sich nicht nur auf den Clubabenden und Partys, sondern verbringt die Freizeit miteinander, einige arbeiten zusammen und gemeinsamer Urlaub ist sowieso Satz. Die Auswahl fängt bei verlängerten Wochenenden an, geht über die Woche in Dänemark bis hin zu gemeinsamen Touren mit den eigenen Harleys durch die USA; So etwas schweißt natürlich zusammen.

Die meisten Member kennen sich schon weit über 25 Jahre, neue Leute sind nicht wirklich neu, auch sie kennt man zum Teil schon sehr lange, teils aus anderen Clubs, teils privat. Echte Freundschaften über 30 Jahre sind keine Seltenheit, schließlich liegt der Altersdurchschnitt bei deutlich über 44 Jahren. Da kommt einiges an Souveränität und Cluberfahrung zusammen.

Wer aber nun glaubt, die Satansadler seien zu alt für diese Welt, dem sei einmal ein Besuch bei ihnen empfohlen. Sei es auf einem offenen Clubabend, auf ihrer Osterparty oder auf der Jahresparty im Sommer. Hier kann man richtig Spaß haben, aber auch in vernünftiger Atmosphäre gute Gespräche führen. Diese eigene Mischung auf diesen Partys wird von den Gästen sehr gut angenommen. So kommen viele schon seit Jahren immer wieder gerne zu Besuch. Das liegt mit Sicherheit nicht nur an ihrem unverwechselbaren Clubhaus, das ideal am Rande einer Kiesgrube liegt. Das Blockhaus steht am Rand eines kleinen Tals, in dem wiederum eine große Bühne, diverse Getränke- und Futterstände untergebracht sind. Beschwerden von Anwohnern gibt es so gut wie überhaupt nicht. Kein Wunder, denn der direkte Nachbar ist eine Rallye-Crossstrecke.

Das Clubhaus musste in den Anfangsjahren noch mit einem Stromgenerator versorgt werden. Seltsamerweise gab er immer auf den Partys den Geist auf. Wer ihn dann nachts reparieren oder bei Taschenlampenlicht und 2,5 Promille betanken durfte, dem sah (und roch) man das hinterher immer überdeutlich an. Auch das Problem war schließlich irgendwann erledigt, nachdem man endlich die Investition tätigen und das Clubhaus an das Stromnetz anschließen konnte.

Schon seit vielen Jahren fahren die Satansadler ausschließlich Harley Davidson. So besitzt jeder der heute knapp 30 Member mindestens ein Edelstahl auf zwei Rädern "Made in Milwaukee".

Gerade in der heutigen Bikerszene ist es sicherlich nicht unbedingt üblich, dass ein MC sich so lange behaupten kann. Der Grund hierfür ist sicherlich in der Einstellung des Clubs und seiner Member zu sehen. Vernünftiger Umgang mit denen, die es wert sind, kann einfach nicht verkehrt sein. So konnten die Satansadler sich ihren eigenen Stil und ihre Eigenständigkeit bewahren und werden auch so vorbehaltlos in der gesamten Szene akzeptiert.

Nicht ohne Stolz können die Satansadler heute auf 44 Jahre Erfahrung und Geschichte zurückblicken. Allen negativen Prophezeiungen zum Trotz haben sie sich bis heute eine feste Position in der deutschen Rockerszene erarbeitet und erhalten. Ganz verkehrt kann diese Einstellung nicht sein, denn nur ausgesprochen wenige Clubs in Deutschland können so ein seltenes Jubiläum feiern!

Die Member werden alles daran setzen, dass es auch in den nächsten 44 Jahren noch heißt: Satansadler MC Germany.